Zwei Tage für die Pflege der Zukunft

Auf dem zweiten Auszubildendenkongress „Campus Pflege“ Ende November in Berlin haben uns rund 150 junge Kolleginnen und Kollegen gezeigt, wie Pflege wirklich ist: Selbstbewusst und engagiert.

Nah an dem, was die Menschen mit Blick auf ihre Gesundheit bewegt. Bereit, zu diskutieren und auch unbequeme Fragen zu stellen.

Nachbetrachtung des EVV Campus Pflege von Daniela Marintschev, Pflegedirektorin Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle (Saale).

Auf dem EVV-Sofa: Daniela Marinetschev und Tino Hortig (Pflegedirektor St. Joseph Krankenhaus Berlin Tempelhof und Franziskus Krankenhaus Berlin).

 

EVV Campus Pflege = Forum & Werkstatt

Die Veranstaltung, die ich mit meinem Kollegen Tino Hortig aus Berlin und vielen anderen Kolleginnen und Kollegen zum zweiten Mal planen und begleiten durfte, ist Forum und Werkstatt zugleich.

Sie ging auch in diesem Jahr über das hinaus, was wir im Programm an Themen vorgegeben haben.

Mit unserer Einladung zu Vorträgen, Workshops und zum offenen Austausch haben wir nicht nur inhaltlich neue Impulse setzen wollen.

Es ging uns vor allem darum, die Teilnehmer aus den Krankenhäusern des Elisabeth Vinzenz Verbundes zu vernetzen und Sie zu einer aktiven Teilhabe und Mitgestaltung an dem zu ermutigen, was unseren Beruf im Kern ausmacht.

Begeisterung für einen Beruf kann nicht verordnet werden – sie wächst in einem Rahmen, der trotz aller Härten und manchmal auch enttäuschter Erwartungen im Berufsalltag ehrliche Unterstützung und Gemeinsinn anbietet.

Ich glaube, der „Campus Pflege“ ist ein solcher Rahmen.

vlnr: Tino Hortig, Andreas Westerfellhaus (Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung) und Thomas Wüstner (Geschäftsführer Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle/Saale)

 

Offenes Ohr und Freiraum für Diskussionen

Wir sind nach Berlin gefahren, um mehr über die jungen Leute zu erfahren, die schon bald feste Teile unserer Teams und Spezialisten in der Pflege sein werden.

Mich hat interessiert, wie die Auszubildenden über uns als Arbeitgeber denken und welche Erwartungen sie an das Gesundheitswesen der Zukunft haben.

Grundvoraussetzungen für die Ausrichtung eines Auszubildendenkongresses sind in jedem Fall ein offenes Ohr und genügend Freiraum für die Diskussion.

Es gilt, den Nachwuchs in der Pflege nicht nur fachlich und technisch einzubinden, sondern ihm eine Stimme zu geben.

Moderation beim EVV Campus Pflege: Daniela Marintschev

 

Zwei Tage voller neuer Eindrücke

Gelegentlich höre oder lese ich, dass viele Auszubildende heutzutage nicht mehr kreativ seien.

Sie seien träge oder es fehle ihnen der Antrieb, sich über das Nötigste hinaus einzubringen.

Die beiden Tage in Berlin haben mir einen völlig anderen Eindruck vermittelt.

Ich habe Auszubildende erlebt, die sich aus guten Gründen für den Pflegeberuf entschieden haben und klare Vorstellungen mitbringen.

Nicht in allen Situationen sind die Arbeitsbedingungen im Krankenhaus ideal.

Es ist jedoch wichtig, das eigene Können zu betonen, anstatt fortwährend auf Engpässe und Mangel zu verweisen.

Nur so gewinnen und halten wir das Vertrauen unserer Patienten, die sich auf uns verlassen.

 

Klares Ziel: Gut ausgebildetes, motiviertes Pflegepersonal

Unser Anliegen als Krankenhäuser im Elisabeth Vinzenz Verbund ist ebenso klar wie nachvollziehbar: Wir brauchen gut ausgebildetes, motiviertes Personal für die Zukunft.

Ebenso braucht ein gut funktionierendes Gesundheitswesen Menschen, die verstehen wollen, was gerade in der Politik passiert.

Wer sich aktiv mit Themen wie der Generalistik, dem Pflegestärkungsgesetz oder dem Pflegepersonaluntergrenzengesetz beschäftigt, kann mitreden und vor Ort seinen Arbeitsplatz mitgestalten.

Für die Wegweisungen aus der Politik, aber auch für jedes Krankenhaus gilt: Nur Mitarbeitende, die verstehen, was „die da oben“ machen und warum sie bestimmte Entscheidungen treffen, entwickeln langfristige Freude an ihrem Beruf.

Niemand möchte ausschließlich fremdbestimmt werden und sich in überkommene Hierarchien einsortieren.

Selbstbewusstsein und Fachkenntnis, gepaart mit einem hohen Verantwortungsgefühl, machen aus Auszubildenden die Pflegekollegen, in die unsere Patienten zurecht ihr Vertrauen setzen.

Siegerin beim Kreativwettbewerb: Die Auszubildende Cynthia aus dem Berliner St. Joseph Krankenhaus Berlin Tempelhof.

 

Beiträge und Diskussionen sorgen für den Erfolg

Der „Campus Pflege“ hat auch in diesem Jahr ein Stück weit dazu beitragen können. Die Teilnehmer, die Referenten und die Gäste haben mich begeistert.

Wir haben Auszubildende erlebt, die den Kongress mit erwachsenen Beiträgen in der Diskussion, durch Kontaktfreude und kreative Ideen zu einem Erfolg gemacht haben.

Den Gewinnern unseres „Posterwettbewerbs“ gratuliere ich noch einmal ganz herzlich – wir werden die Beiträge auch in unserem Haus noch einmal gesondert vorstellen.

Ein großes Dankeschön geht an alle Kolleginnen und Kollegen, die an der Planung und Ausrichtung des „Campus Pflege 2019“ beteiligt waren.

Gute Stimmung nach der Diskussion
vlnr: Tino Hortig (Pflegedirektor St. Joseph Krankenhaus Berlin Tempelhof sowie Franziskus Krankenhaus Berlin), Michelle Schaal (Pflege-Auszubildende aus Berlin), Christine Vogler (Vizepräsidentin des deutschen Pflegerates DPR), Beate Bröcker (Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt) , Stephan Postrach (Pflege-Auszubildender aus Halle/Saale), Franziska Purfürst (Pflege-Auszubildende aus Reinbek), Daniela Marintschev (Pflegedirektorin Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle/Saale)

Lassen Sie uns an die positiven Erfahrungen und Erlebnisse in Berlin anknüpfen!

 

Ein Beitrag aus dem Mitarbeitermagazin des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara Halle (Saale) von Daniela Marintschev.

Fotos: EVV / Tennert

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